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| Geschichte Turnverein |
Die ersten Statuten werden genehmigt. Ein Gesuch für einen Beitrag zur Beschaffung von Geräten wird an den Gemeinderat gestellt.
Der Gemeinderat lehnt das Gesuch ab. Beschluss der Turner, aus dem eigenen Sack zu finanzieren!
Das Tragen des Brustbandes ist an Anlässen obligatorisch! Die Statuten erhalten ihre endgültige Form. Die jährliche Abendunterhaltung soll zur Tradition werden.
Erstmals wird über Fleisspreise diskutiert. Durchführung eines Vorunterrichtskurses wird beschlossen.
Aufruf zum regelmässigen Besuch der Turnstunden. Der Verein will dem Männerchor bei der Durchführung eines Festes auf dem Musterplatz beistehen. Der Anteil des Reinertrages soll in einen Fahnenfonds gelegt werden.
Rudolf von Gunten beantragt die Gründung einer Damenriege. Oberturner Haltmeier erhält einen Beitrag an sein Motorrad, da er in Thun wohnt.
Der Stand der Kasse macht uns Bedenken! Die Turner verneinen einen Zusammenschluss der drei Turnvereine Sigriswil, Gunten und Merligen.
In diesem Jahr soll der Verein seine Fahne erhalten. Fahnenweihe ist am 19. August. Christian von Gunten wird erster Fahnenträger.
Wer zur Turnstunde zu spät erscheint oder diese zu früh verlässt, wird mit 20 Rappen gebüsst. Wer überhaupt nicht erscheint, muss 50 Rappen bezahlen!
Die Jahresbeiträge bleiben gleich: Aktive über 20 Jahre alt Fr. 12.-, unter 20 Jahren Fr. 6.- und Passive Fr. 5.-.
Grosser Erfolg unserer Kunstturner in Tramelan.
Die Musterplatzchilbi wirft dank dem guten Wetter einen Reingewinn von Fr. 245.- ab. Wer seine Pflichtstunden nicht erfüllt hat, muss pro Stunde 40 Rappen an den Kassier abliefern.
Zum Schlussturnen sollen die Turner aus Gunten und Merligen noch nicht eingeladen werden. Der Gabensatz für diesen Wettkampf beträgt Fr. 10.-.
Der Verein bleibt trotz des Krieges aktiv.
Erstmals ist von einer eigenen Skihütte die Rede.
Kantonale Gerätemeisterschaften im Kunstturnen auf dem Musterplatz. Erstes Turnerskirennen. Die Ehrenmitglieder erhalten als Anerkennung ihrer Verdienste ein Holzteller.
Das Versagen am Oberländischen in Meiringen wird dem schlechten Wetter aber auch dem mangelnden Turnstundenbesuch der Turner angelastet.
Gemeinsames Schlussturnen mit Gunten und Merligen wird beschlossen.
Gründung der Damenriege - erster Leiter wird Werner Graber. Rudolf Tschanz beantragt die Gründung einer Männerriege.
Der Präsident verlangt, dass jeder Turner im Turntenue zu Übungen erscheint!
Einweihung der Turnerhütte in Alpiglen.
Eine Statutenrevision wird beschlossen. Erstmals treten Turnverein und Damenriege gemeinsam auf.
Während Jahren führte der TV im alten Bärensaal Theatervorstellungen durch. "Steinige Bode" musste der grossen Nachfrage wegen um eine Vorführung ergänzt werden.
Ein anderes Mal, nach harzigen Proben und unzufriedenen Schauspielern, beschloss man eine Woche vor der Premiere, ein neues Stück einzustudieren. Der Hauptrollenträger, Werner Graber, bezog eigens zwei Ferientage um seinen Part einzustudieren.
Am Morgen fand die Abfahrt mit Start in der Alpiglen und Ziel am Balisrain und am Nachmittag der Slalom am Balisrain statt. Die Pisten wurden am Vortag von TV und Jugendriege zu Fuss präpariert.
Daneben führte der TV einen ganz besonderen Anlass durch. Eine Kombination bestehend aus Langlauf und Abfahrt. Nach dem Start an der Feldenstrasse führte die Strecke über Baracke, Oberhausen, Moosgraben, Zelg auf die Brendelegg. Ohne Skiwechsel und ohne Stoppen der Zeit erfolgte anschliessend die Abfahrt über Zelg, Lenglod, Balisrain ins Ziel.
Nebst baulichen Änderungen an der Turnerhütte Alpiglen war die Wasserfassung immer und immer wieder ein Thema. Im wahrsten Sinn ein Fass ohne Boden.
Wie aber die folgende Abrechnung aus dem Jahr 1959 zeigt, war der Aufwand rund um die Alpiglen nicht umsonst:
| Einnahmen | Fr. 589.75 |
| Ausgaben | Fr. 113.40 |
| Überschuss | Fr. 476.35 |
1953 folgte in Thun das Kantonale. Aufgrund der ausgezeichneten Leistungen am Eidgenössischen in Lausanne wurde der TV als einer der Favoriten gehandelt. Deshalb konnte die Riege bereits vor dem effektiven Wettkampf als Probesektion seine Darbietung vortragen und zum Besten geben. Als Oberturner zeichnete sich Werner Graber aus.
In der Jugendriege wurde 1954 festgelegt, dass jeder Jungturner einen Betrag von Fr. 2.- zu leisten hat. Davon wurde die Versicherungsprämie bezahlt und der Rest wurde unter den Leitern verteilt.
Strenge Sitten: Hans Tschanz, Karl Sigrist und Heinz Saurer haben die Probezeit bestanden und können in den Verein aufgenommen werden.
1955 - bereits das nächste Eidgenössische. Dieses Mal hiess es sich in Zürich den Kampfrichtern stellen. Eine Woche vor dem Fest wurde das gesamte Turngelände von heftigen Regengüssen überflutet. Der Oberturner Walter Tschanz stellte folgendes Turnprogramm zusammen: Marsch & Freiübung, Reck & Kugelstossen sowie die Laufdisziplin.
Übernachtet wurde beim Gründungsmitglied Gottfried Kämpf (ein "ausgewanderter" Sigriswiler Bauer), der freundlicherweise Logis anbot. Am Sonntag morgen begaben sich die Turner auf das Feld - zum Gras mähen. Godis Sohn staunte nicht schlecht ab den Mähkünsten der Turner. Aber gelernt ist gelernt.
Eine Neuerung im Programm des Vereins bildete 1957 die Erstaustragung des Buebeschwingets. Dem Antrag verschiedener Schwingerfreunde, ein solches Kräftemessen für Knaben durchzuführen, wurde einstimmig und wohlwollend zugestimmt.
Das erste OK bildeten Gottfried Zeller (02) Wiler, Hans Kämpf, Walter Tschanz sowie Paul Gempeler. Gottfried Zeller spendete sodann auch gleich das Startkapital von Fr. 100.- mit der Bedingung, dass ausschliesslich Schwinger aus dem Gemeindegebiet startberechtigt seien.
Die ersten Wettkämpfe wurden auf dem ehemaligen "Bärenmätteli" durchgeführt. Später wurde dann der Schwinget mit der traditionellen Chilbi kombiniert - und das ist bis heute so geblieben. Der Buebeschwinget zu einem der bedeutendsten Anlässe für die Nachwuchsschwinger aus der Gemeinde und der Region.
Nach vierjähriger Planungsdauer wurde der Turnplatz im Dorf 1958 mit einer Beleuchtung versehen. Schon damals führte die ungewissen Finanzlage zu Verzögerungen!
In Basel fand das Eidgenössische Turnfest 1959 statt. Nach Absolvieren des C-Wettkampfes mit Barren/Reck sowie Kugel- und Steinstossen kam auch das Gemütliche nicht zu kurz. Sollte die lustige Runde etwa wegen der Polizeistunde ein abruptes Ende nehmen? Nein, kurzerhand wurde der Polizist im Nebengebäude kontaktiert. Dieser gewährte Walter von Gunten die Verlängerung. Aber, "es darf nume nid use töne!", hiess es.
Der Morgen danach stellte den Vice-Oberturner vor einige Probleme, musste er doch von Fachleuten von der Heubühne abgeseilt werden.
Im selben Jahr konnte der 1. Oberländische Ringertag durchgeführt werden.
Beim Eidgenössischen Turnfest 1963 in Luzern wurde durch die Wertungsrichter bemängelt, dass ein ganzes Element nicht geturnt wurde.
Ungläubig staunten die Turner, wurde doch die Ãobung Wochen zuvor bei der Inspektion als fehlerfrei befunden. Als Oberturner amtete Peter Oppliger.
1965 beim Oberländischen in Saanen-Gstaad begleitete die alte Fahne den Verein zum letzten Mal an ein Turnfest. Im Juli 1965 wurde die neue Fahne würdig eingeweiht: am Nachmittag wurde ein Leichtathletikwettkampf für Jugendliche durchgeführt. Am Abend erfolgte ein Festumzug vom Dorf auf den Musterplatz mit anschliessendem Festakt, turnerischen Darbietungen von den Turnvereinen Gunten und Sigriswil und Tanz bis in die frühen Morgenstunden.
Beim Eidgenössischen Turnfest Bern 1967 konnte erstmals die Freiübung mit Musikunterstützung (Klavier) dargeboten werden. In unzähligen Stunden komponierte Hermann Wittwer die Musik zur Freiübung von Paul Gempeler.
Aber die liebe Technik hatte schon damals ihre Tücken - beim Turnfest ertönte die Musik als Kanon. Nach Abbruch und Neustart klappte die Vorführung.
Die Nerven flatterten beim Oberländischen 1969 in Wattenwil. Ein junger Turner hielt es während dem Wettkampf nicht aus, sein Mundwerk zu halten. Die Quittung erfolgte zugleich - von einem erbosten Vorbild erhielt der Jungturner umgehend eine Orfeige! Fazit aus diesem Vorkommnis: für beide Taten gab es je zwei Zehntel Punkte Abzug. Was tat da wohl mehr weh - der Abzug oder dr Chlapf?
1972 - Eidgenössisches Aarau. Nebst den turnerischen Leistungen glänzte der TV mit jodlerischen Darbietungen und erntete Applaus auf offener Szene. Daneben kams noch zum "Wildwest in der Schiessbude". Nebst treffsicheren Schützen zielte einer zu hoch ... und finster wurds im Scheibenstand.
Ein Meilenstein in der Turngeschichte folgte 1974 mit den neuen Sportanlagen auf dem Raft. Für damalige Verhältnisse konnte der TV sich glücklich schätzen, auf modernsten Anlagen zu trainieren.
Walter Tschanz erhält 1975 für seine Verdienste die Ehrenmitgliedschaft des Berner Kantonalen Nationalturnerverbandes.
Im gleichen Jahr beim Kantonalen in Thun wurde erstmals die Freiübung zu Orchestermusik geturnt. Bei den Kampfrichtern, welche diese Art von Begleitung noch nicht kannten, herrschte nicht gerade eitle Freude.
"Nach einem letzten Zwischenhalt in Gunten schnaufte das Postauto die Kehren hinauf. Plötzlich stimmte jemand unser Turnerlied "Cumm mir wei ga Chirseli gwinnä..." an. Mit vollem Gesang trafen wir beim Solbad ein. Mit Trommelwirbeln, Jodelgesang und mit einem Glas Wein wurden wir herzlich empfangen.
Der Oberturner und der Präsident wurden mit einem schönen Blumenstrauss überrascht und dem ganzen Verein wurde gratuliert. Angeführt von den Tambouren, den Fahnenträgern sowie den beiden Blumenhornträgern marschierten wir und die Empfangsvereine durchs Dorf. Ich war mächtig stolz, als gekrönter Einzelturner in vorderster Front der Turner zu marschieren. Nach einem spendierten Umtrunk beim Adler endete der Umzug vor dem Bären. Der Präsident und der Oberturner schilderten dem versammelten Publikum die erzielten Leistungen und Ergebnisse vom Turnfest. Nun gratulierten auch die Behördenvertreter und überreichten ein Präsent.
Zum Abschluss bedankte sich der Präsident im Namen des Turnvereins und lud alle Empfangsvereine zu einem Glas Wein ein.
Für mich war es ein sehr schönes Erlebnis, das mein Turnerherz höher schlagen liess."
Alfred Tschanz, Ehrenmitglied
Der Präsident gibt bekannt, dass laut Gemeinderatsbeschluss auf dem Musterplatz nur noch von 15:00 bis 18:00 Uhr Fussball gespielt werden darf.
Die Listensammlung für das Eidg. Turnfest in Zürich ergab Fr. 511.-.
An der HV konnte die Jahresrechnung der Damenriege nicht genehmigt werden, da die frühere Kassiererin nie Zeit fand, der neuen die Kasse zu übergeben.
Eine heftige Diskussion setzt das Thema Frauenriege ab. Beschlüsse werden keine gefasst. An der HV wird die Frauenriege als Untersektion des TVs aufgenommen.
Der Präsident wird beauftragt, an der Vereinsversammlung den jüngeren Mitgliedern die Postordnung zu verlesen.
Der Buebeschwinget und die Chilbi sollen gemeinsam durchgeführt werden.
Die Mitglieder werden ersucht, sich Gedanken zu machen, ob der Verein die Alpiglenhütte behalten oder veräussern soll.
Stimmen werden laut, die HV des TV, der DR und der FR getrennt durchzuführen.
Der Betrag von Fr. 85.-, welcher für die Beschädigung der Vereinsfahne am Eidg. Turnfest ausbezahlt wird, soll nicht zur Reparatur, sondern zur späteren Anschaffung einer neuen Fahne angelegt werden.
Dem Vorschlag des Vorstandes, ein PC-Konto zu eröffnen, wird zugestimmt. Bedingung ist, dass die Passivbeiträge im Dorf weiterhin persönlich eingezogen werden.
Der TV beteiligt sich an der Erstellung des VITA-Parcours.
Anschaffung eines Vereinstrainers.
Das Jahr nach dem Jubiläum wurde aus turnerischer Sicht mit einem erstaunlichen Anlass eröffnet. Im Februar konnte, nach 15 Jahren (!), erstmals wieder das Skirennen von der Alpiglenhütte bis zur Feldenstrasse ausgetragen werden. Der Sieger war Peter Boss. Ein weiterer Höhepunkt eines jeden Turners stand im Juni auf dem Programm. 21 Aktivturner begaben sich zum Eidgenössischen Turnfest nach Genf. Unter der Leitung von Oberturner Hans Boss wurde in den Disziplinen Steinheben, Steinstossen, Pendelstaffette und Körperschule die Gesamtnote 115.86 erzielt. Dies reichte in der 9. Stärkeklasse unter 200 Sektionen zum sehr beachtlichen 9. Rang!
Erstmals erschien, unter der Initiative von Hans Burkhalter, zur Hauptversammlung das Mitteilungsblatt "Dr Sigriswiler Turner". Die Turnerfamile konnte so umfassender und detaillierter informiert werden.
Die Hauptversammlung 1978 brachte im Vorstand einen gewaltigen Umbruch. Die neuen Amtsinhaber (Präsident Hans Burkhalter, Oberturner Fritz Sieber) wurden bereits im ersten Jahr voll gefordert. So musste der Oberturner etwas überraschend eine Barrenübung für das Turnfest zusammenstellen; er tat dies mit viel Fleiss und Ãoberstunden. Der Präsident wurde mit der Verlegung der Turnerchilbi vom Musterplatz auf den Raft konfrontiert. Die Gründe: Die Infrastruktur, für den erstmals regional ausgeschriebenen Buebeschwinget, reichte nicht mehr aus und für die bereits damals installierten elektrischen Geräte konnte von der Familie Stettler nicht mehr genügend Strom bezogen werden.
Die Tradition, regionale Grossanlässe zu organisieren, wurde 1980 fortgesetzt. Mit Christian Sieber an der Spitze des OK wurde der Oberländische Jugendriegentag durchgeführt. Bei strahlendem Wetter fanden sich gegen 800 Jungturner/innen in Sigriswil ein. Roland Graber, Markus Graber, Reto Bühler und Peter Tschanz konnten alle mit Podestplätzen brillieren.
Die Turnerchilbi 1981 stand unter dem Motto des 25-jährigen Jubiläums der Frauenriege. Im Verlaufe des Jahres wurde unserem EM Paul Gempeler die Ehrennadel des Eidg. Nationalturnerverbandes und die Ehrenmitgliedschaft des Berner Kantonalen Nationalturnerverbandes verliehen.
Peter von Gunten wurde Turnfestsieger am Berner Kantonalen Turnfest in Bern im Nationalturnen (Kategorie A).
Das Ereignis des Jahres 1983 war mit Sicherheit die Durchführung des Oberländischen Schwingfestes. Im OK waren vom TV vertreten: Hans Kämpf, Paul Gempeler, Peter und Alfred Tschanz.
Im gleichen Jahr konnten gleich fünf Kameraden vom TV am Kantonalen Schwingfest in Langenthal teilnehmen: Johann Santschi, Werner Amstutz, Peter von Gunten, Jakob Kämpf und Alfred Santschi kämpften um das begehrte Eichenlaub.
Zwei weitere aktive TVler konnten im Verlaufe des Jahres Auszeichnungen entgegennehmen: Hans Kämpf die Ehrennadel des Eidg. Nationalturnerverbandes und Fritz Bühler die Ehrenmitgliedschaft des Bern. Kant. Nationalturnerverbandes.
1984 stand das Eidgenössisches Turnfest in Winterthur auf dem Programm. Das Fest startete am Freitag mit Freizeitwettkämpfen, und wurde am Samstag mit einem geselligen Umzug am Morgen fortgeführt. Der Höhepunkt stand mit dem Sektionsturnen am Nachmittag auf dem Programm. Anschliessend gab es ein riesiges Fest im Bierzelt. Heute werden immer noch Müsterchen erzählt. Zum Beispiel als der Fähnrich Hans von Gunten sich gütig zeigte und sein schon einmal getrunkenes Bier anderen Kollegen gleich wieder zur Verfügung stellte.
Eine Woche vor dem Eidgenössischen waren erstmals auch die Frauen an den Schweizerischen Turntagen im Einsatz. Es ist erstaunlich, dass das Turnen so lange in Männerhand war.
Die TV Reise im Herbst 1985 führte über den Grossglockner in die Dolomiten. 20 Turner nahmen am Freitag unter der Leitung von Hansueli Fankhauser die Reise unter die Füsse oder Räder. Die Reise führte über Innsbruck (Olympiaschanze), Kitzbühel, Grossglockner, Mölltal (wo das Benzin langsam knapp wurde...), Cortina d'Ampezzo und schliesslich am zweiten Abend nach Bozen. Die ausgiebig gefeierte Nacht hinterliess doch bei den Einen oder Anderen Spuren, so dass nicht jeder die ganze Rückfahrt über das Münstertal, Ofenpass und Flüelapass mitbekommen hat. Die Reise hat wieder einmal gezeigt, dass Kameradschaft und Gemütlichkeit in einem Verein auf keinen Fall fehlen dürfen.
Der Herbst wurde weiter geprägt von der Fusion des SFTV der Frauen und des ETV der Männer zum gemeinsamen Schweizerischen Turnverband STV.
Der Oberländische Turnverband feierte an Auffahrt, 8. Mai 1986 sein 100-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsturnfahrt nach Sigriswil. Das Wetter liess zuerst nichts gutes hoffen und man musste die Schlechtwetter Variante in Betracht ziehen. Der Wettergott war aber auf unserer Seite und am morgen glänzte der Himmel und die Sonne strahlte. Beim Start des Festes durch den Festgottesdienst waren etwa 1700 Turner/innen aus 54 Turnvereinen anwesend. Nach dem offiziellen Festakt sassen viele Vereine gemütlich zusammen und liessen den Tag ausklingen.
Das Jahr war noch nicht vorüber und schon stand ein weiterer Grossanlass an. Der Berner Kantonale Ringertag wurde anlässlich der Turnerchilbi durchgeführt. 119 Ringer stellten sich am Sonntag, unter der Leitung von Ringerchef Daniel Kämpf, dem Wettkampf.
Sportliche Erfolge waren schon immer im TV verankert. Aktivmitglied Thomas Saurer wurde an der Paraski Weltmeisterschaft 1987 Weltmeister. Roland Santschi gelang der Meistertitel auf nationaler Ebene im Nationalturnen in Muotatal.
Die ersten Pläne für eine neue Alpiglenhütte wurden geschmiedet. Der Vorstand hat im Frühling den Auftrag gefasst, diese Angelegenheit zu prüfen und ein Projekt auszuarbeiten. An der Hauptversammlung wurde dem Antrag des Vorstandes, eine neuen Alpiglenhütte zu bauen, zugestimmt.
Das Schlussturnen wurde im Herbst 1988 erstmals auf den sehr guten Anlagen in Hünibach ausgetragen. Oberturner Alfred Tschanz stellte erfreulicherweise eine steigende Teilnehmerzahl fest. Insgesamt nahmen 23 Turner (davon 11 Sigriswiler) aus den Vereinen Gunten, Goldiwil und Sigriswil teil.
Die zweitägige Vereinsreise führte mit dem Car nach Strassburg. Die gemütlichen Stunden in den Kneipen dieser Stadt werden immer wieder gerne in Erinnerung gerufen.
1989 nahm der TV an der erstmals durchgeführten OTV Unihockey Meisterschaft teil. Das Turnier wurde auf dem siebten Rang abgeschlossen.
Das Hauptthema in diesem Jahr bildete sicher der Neubau der Alpiglenhütte. Als die letzten Schneeresten geschmolzen waren, wurde das Fundament gelegt. Im Sommer wurde die neue Hütte aufgerichtet und es konnte mit dem Innenausbau begonnen werden. Die Hütte konnte in der Wintersaison schon wieder benutzt werden.
Der Neubau der Alpiglenhütte konnte mit der Aufrichtefeier und der Einweihung im Herbst 1990 abgeschlossen werden. Dieses Projekt gilt sicher als Höhepunkt der letzten Vereinsjahrzehnte. Die Unterstützung aus der Bevölkerung und dem Verein war grossartig, auch wenn im letzteren manche bewegte Diskussionen geführt wurden...
Der TV war erstmals an der Sigriswiler Gewerbe Ausstellung zu Gast. Mit einem attraktiven Stand konnte auf die Turnerei aufmerksam gemacht und neue Mitglieder gewonnen werden.
Luzern war Gastgeber des Eidgenössischen Turnfestes 1991. Die Trainings wurden für diesen Grossanlass intensiviert. Bereits am Freitag galt es ernst und das Turnen ging über die Bühne. Die zwei folgenden Tage werden manch einem Erinnerungen hervorrufen. Am Festumzug wurde unter dem Motto altes Turnen und dem Kommando von Jürg Graber aktiv mitgemacht. Unvergesslich bleibt aber der Festsong des TV "Herzilein du musst nicht traurig sein..." Der Empfang, wo der Reigen und der Song nochmals zum Besten gegeben wurden, bildete der Abschluss eines unvergesslichen Festes.
Die Abgeordnetenversammlung des OTV war im Herbst in Sigriswil zu Gast. Hans Burkhalter wurde für seine Dienste gegenüber dem OTV mit der Ehrenmitgliedschaft belohnt, eine spezielle Auszeichnung in der eigenen Heimat.
Manch ein alt eingesessener Turner besuchte im Frühjahr 1992 die Trainings für das Oberländische Turnfest mit einem mulmigen Gefühl im Bauch: Der Turnverein Sigriswil sollte in Reichenbach zum ersten Mal in seiner Geschichte mit Frauenbeteiligung an den Start gehen, denn die von Oberturner Roland Graber neu einstudierte Gymnastik wurde mit acht Frauen und acht Männern geturnt. Die Turnfestvorbereitungen liefen auf Hochtouren und so konnten die Turner gar nicht erst ins Grübeln kommen, ob diese Entwicklung gut sei oder nicht. Das sehr gute Ergebnis von 117,09 Punkten überzeugte auch die letzten Zweifler, dass man auf die Frauen zählen konnte um gute Leistungen zu erbringen.
Im November konnte die Unihockey-Truppe des TV den Sieg bei der OTV-Unihockeymeisterschaft erringen. Wahrlich ein grossartiger Erfolg.
"Rock Night - die Bombe platzte" konnte man in der Sigriswiler Turner Ausgabe 2/94 lesen. Gemeint war der Auftritt von Natacha & Band an unserem Rockkonzert. Die Rocklady aus dem Emmental heizte den fast 900 Besuchern tüchtig ein und verwandelte die Festhütte auf dem Raft in ein Tollhaus. Eine Woche später folgte mit dem Oberländischen Jungschwingertag der nächste Grossanlass. Ungefähr 200 Schwinger aus nah und fern bewiesen ihre Kraft und Gewandtheit.
Turnerreise Oktoberfest München
Diese Reise wollte sich keiner entgehen lassen, und eine stattlich Anzahl Turner fand sich am frühen Morgen zur Abfahrt ein. Nebst dem Besuch auf der "Wiesn" standen Sommerrodeln, Bundesliga, Besuch im ehemaligen KZ Dachau und der Besuch des Affenbergs Salem auf dem Programm, so dass jeder auf seine Kosten kam.
Im Winter 1995 war es seit langer Zeit wieder einmal möglich, das Turnerskirennen auf der berüchtigten Abfahrtsstrecke mit Start in der Alpiglen und Ziel oben am Balisrain durchzuführen. Sieger bei den Aktiven wurde Anton Willener. Die Tagesbestzeit wurde jedoch für Passivmitglied Thomas Saurer gestoppt.
Einige Wochen später fand die erste Jassmeisterschaft des TV statt. Aus einem Plauschjass für die Jahresmeisterschaft entwickelte sich dieser Jass nun zu einem Vereinsanlass für alt und jung.
Der Höhepunkt des Turnerjahres 1996 war das Eidgenössische Turnfest in Bern. In den Disziplinen Gymnastik, Pendelstaffette, 1000m-Lauf und Weitsprung versuchte jeder Turner sein bestes zu geben. Die Gymnastikgruppe erreichte unter der Leitung des Oberturners Roland Graber mit 29.37 Punkten einen neuen Vereinsrekord! Am Ende schaute in der 8. Stärkeklasse der gute 49. Rang von 207 Sektionen heraus. Diese Leistung wurde mit einem Bildbericht im Thuner Tagblatt belohnt.
Anlässlich der Turnerchilbi feierte die Damenriege mit einem speziellen Jubiläumsabend ihr 50 - jähriges Bestehen.
In der Alpiglen wurde eine Wasserleitung von der Brunnstube zur Hütte gelegt. Hans von Gunten baggerte geschickt einen Graben für die Leitung und schon ein paar Tage später sprudelte das Wasser beim kleinen Brunnen vor der Hütte. Dieser Luxus machte von nun an den beschwerlichen Gang quer über die Skipiste zur alten Brunnenröhre überflüssig und unser Kurhaus hatte wieder einen Stern mehr.
Unter dem Motto "Elastique Gymnastique" trat der TV bei der Einweihung des neuen Mehrzweckgebäudes in Schwanden mit einer Trampolin-Turn-Show an. Unter den strengen Anweisungen von Christian Hostettler gelang eine humorvolle Darbietung, an der die Zuschauer ihre helle Freude hatten.
Die Turnerchilbi im Juli 1997 stand ganz im Zeichen des 66. Berner Kantonalen Nationalturnertags. Beim selben Anlass feierte der BKNTV sein 75-jähriges Bestehen.
Im Herbst 98 stand eine dreitägige TV-Reise nach Innsbruck und ins Zillertal auf dem Programm. Die Turner unternahmen eine Rafting-Tour durch die Imster Schlucht. Am nächsten Tag konnten sie sich beim Almabtrieb im Zillertal davon überzeugen, dass nicht nur bei uns am "Chästeilet" gefestet wird.
Pünktlich im neuen Jahrtausend erhielt unser Vereinsheft "Sigriswiler Turner" eine Verjüngungskur. Der gewichtige Steinheber auf der ersten Seite musste einem neuen schlanken Heft mit dem Titel "s'Fägt" weichen. Hanspeter Bühler hat zusammen mit Claudia Leuenberger mit dem neuen Heft einen grossen Wurf gelandet, und der Titel soll wegleitend bleiben für den TV.
Die Turnerchilbi 2000 stand unter dem Motto "... ich bin so schön, ich bin so toll...", denn Anton aus Tirol war in Sigriswil zu Gast, und wir konnten fast 1000 Besucher auf dem Raft empfangen. Obwohl das Repertoire von Tirol-Anton schon recht bald erschöpft war, herrschte eine Bombenstimmung im Festzelt.
Eine kleine aber feine und verschworene Truppe machte sich im Herbst auf den Weg nach Amsterdam - Turnerreise war angesagt. Zum erstenmal in der Geschichte des TV benützten wir den Flieger, um das Ziel zu erreichen. Die Brauereikunst und weitere Sehenswürdigkeiten machten aus der Reise ein unvergessliches Erlebnis.
Manuel Beer wurde in Kesswil Schweizermeister im Nationalturnen in der Kategorie J1.
Nachdem der OTV und der OFTV im Jahr 2002 zusammengeschlossen werden, machten sich DR und TV schon ein Jahr früher Gedanken, diesen Schritt zu vollziehen. An Argumenten für und wider einen Gesamtverein fehlte es nicht. Letztlich sprach sich der TV an seiner Vereinsversammlung gegen eine Fusion aus.
Als Startschuss zu den 75-Jahr Feierlichkeiten organisierte der TV die Oberl. Veteranentagung in Schwanden. Auf diesen Anlass folgte erstmals der Lauf "Dr gliitigscht Sigriswiler". Trotz widrigsten Wetterbedingungen kämpften die Meitschi u Giele aus dem ganzen Gemeindegebiet mit grossem Einsatz.
Die Jubiläumsfeier fand im Juli anlässlich der Turnerchilbi statt und umfasste den offiziellen Jubiläumsakt mit Turnshow.. Der darauffolgende Oberl. Jungschwingertag zählte zu den Höhepunkten in der Jungschwingersaison. Die Jungen und Junggebliebenen feierten das Jubiläum mit den bekannten "Alpenrebellen".
Nach längeren und harten Diskussionen wurde an der Vereinsversammlung dem Antrag, die Turnerchilbi auf den Raft zu verschieben, mit 27:4 Stimmen zugestimmt.
Passivmitglieder die heiraten, erhalten ein Telegramm es wird aber nicht offiziell Spalier gestanden. Es wäre aber wünschenswert, wenn Kameraden die mit ihnen Einzelwettkämpfe bestritten, trotzdem Spalier stehen würden.
Der Vorstand beschliesst ein Kunststofffass anzuschaffen - in dem soll das Cilbiwasser zubereitet werden.
Der Hüttenwart orientiert, dass laufend Getränke aus dem Vorratsschrank konsumiert werden ohne das diese bezahlt würden. Er will mit Recht in Zukunft den Schrank unter Verschluss halten.
Ãober das Blumenrad (Turnerchilbi) entsteht eine rege Diskussion, ob man es weiterführen soll. Wir kommen zum Schluss, dass es weitergeführt wird, aber mit weniger Blumen...
Die Verurkundung des Dienstbarkeitsvertrages Alpiglen hat stattgefunden. Das Baugesuch wird nun eingereicht.
In der Turnhalle fanden sich immer mehr Passivmitglieder, dieser Schritt wird zur Nachahmung empfohlen.
Die personelle Frage im Vorstand muss neu überdacht werden. Einige Mitglieder fehlen auffallend häufig an den Sitzungen.
Auf Anregung eines Aktivmitgliedes wird beschlossen, den Durst abwechslungsweise im Bären oder im Adler zu löschen.
Einmal mehr stellt der Turnverein mit der Damenriege die meisten Teilnehmer/innen an den Oberländischen Turnerskitagen in Brienz.
Jetzt wurde vollbracht was beschlossen wurde, der Fahnenkasten im Turnhalleneingang wurde Tatsache.
Der TV präsentierte sich zum zweiten Mal an der Sigriswiler Gewerbe Ausstellung der Bevölkerung.
Roland Graber gewann zum elften Mal die Jahresmeisterschaft.
EM Hans Burkhalter wird EM im Bernisch Kantonalen Turnverband und erhält die Ehrennadel des STV.
75 Jahre sind vollbracht - packen wir die nächsten an.

