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| Geschichte Damenriege |
Drei sportliche Sigriswilerinnen marschierten wöchentlich nach Gunten in die Damenriege. Doch Zeit und Weg wurden Marianne Strahm-Schmid, Mädi Stettler-Stettler und Vreni Stettler zu aufwendig. Manchmal konnten sie zwar auf einem Fuhrwerk hinunterfahren, doch den Rückweg mussten sie dann immer zu Fuss antreten. Oft war es dunkel oder im Winter vereist. So kamen die drei Frauen auf die Idee, in Sigriswil eine eigene Damenriege zu gründen, zumal es viele junge Töchter im Dorf hatte.
Im September 1946 war es soweit: Die Gründungsversammlung kam mit rund 20 Mitgliedern zustande. Die erste Präsidentin war Lini Jenni-Tschanz, Sekretärin wurde Marianne Strahm-Schmid und Vreni Stettler amtete als Kassierin. Als erster Leiter konnte Werner Graber gewonnen werden. Der Verein wurde im Dezember in den eidgenössischen Verband aufgenommen. Nebst Marschieren, Hüpfen und Springen nach Tambourinschlägen lernten die Damen auch Tanzen und Theaterspielen. Viel Lustiges erlebten sie offenbar im Tanzkurs mit dem Turnverein. Am Passivabend auf dem Musterplatz wurden in den Anfängen meistens Tanzspiele inszeniert. Viele Besucher kamen hauptsächlich wegen den kurzen Turnerröckli, andere waren schockiert oder verärgert. Um dem entgegenzuwirken, beschlossen drei Frauen - zum Jux - in wollenen Trainerhosen aufzutreten.
Kameradschaft und Vereinsleben hat einen hohen Stellenwert im Verein. Wer von auswärts nach Sigriswil kommt, findet sofort Kontakt und gute Freunde. Im Juli 1951 nahm die Damenriege in Lausanne erstmals an einem Eidgenössischen Turnfest teil. Bevor die Trachtengruppe bestand, wurden die Turnerinnen auch als Ehrendamen eingesetzt.
Zur Nachwuchsförderung wurde 1964 eine Mädchenriege gegründet. Unterschiedliche Interessen führten 1976 zur Bildung der Volleyballgruppe. Sie wurde 1984 als Untergruppe in die Damenriege aufgenommen. Seit Januar 1992 besteht als weitere Untergruppe das Kitu und das wöchentliche Muki-Turnen ist auch nicht mehr wegzudenken. Eine gute Zusammenarbeit wurde auch zum Turnverein aufgebaut. Gemeinsam benützen sie die 1948 eigenhändig erstellte Skihütte Alpiglen und veranstalten die traditionelle Turnerchilbi auf dem Raft.
Das 50-jährige Bestehen feierte die Damenriege Sigriswil am 19. Juli 1996 mit einem gelungenen Fest. Die vielseitigen Darbietungen der Gruppen wurden auch von zwölf Gründungsmitgliedern und dem ersten Riegenleiter Werner Graber mitverfolgt. Höhepunkt war jedoch die Weihe der ersten Vereinsfahne. Farben und Formen sollen Vielfalt und Bewegung und die drei Bälle sportliche Spiele symbolisieren. Als Gotte und Götti der neuen Fahne konnte die einheimische Skirennfahrerin Heidi Bähler-Zeller und der Turnverein Gunten gewonnen werden. Zur Aufbewahrung der neuen Fahne wurde, zusammen mit dem Turnverein, im Gang der Turnhalle Raft einen grossen Fahnenkasten montiert. Seither hängt das neue Banner, immer sichtbar, neben der Turnerfahne und unterstreicht so die gute Zusammenarbeit der beiden Vereine.

